Ich kenn da jemanden. Der isst Sushi. Liebend gerne. Ok der rohe Fisch wird zuerst mit Zitrone eingeweicht. Dann in Sojasauce mit reichlich Wasabi ertränkt. Aber gegessen. Und das wie gesagt freiwillig und liebend gerne.

Und ich will dem bewussten Jemand eine Freude machen. Zudem auch noch Karfreitag ist. Nichts ist mir zu teuer. Riesenscampi, Jacobsmuscheln, Thunfischsteak, Lachs und Butterfisch. Es soll ein wahrer Fischspezialitätenteller werden. Knoblauchzitronenöl, Kräuterbutter, erlesenes Gemüse und Kartöffelchen. Der Teller ist ein Kunstwerk. Ich könnte mir wirklich auf die Schulter klopfen. Schade dass ich den Teller nicht fotografiert habe. Ich hätte Preise damit gewinnen können.

Es klingelt. Mr. Bee betritt die Wohnung. Was gibt es heute Gutes? (In Erwartung eines steirischen Backhendlsalates oder zumindest eines gepflegten Cordon Bleus. Ok ein normales Schnitzerl hätte es auch getan.) Mein geflötetes: „Heute ist doch Karfreitag“ hört er gar nicht mehr, weil der Geruch schon schlimmes erwarten lässt. „Nein, nein heute mach ich Dir eine Freude. Es gibt einen Spezialitätenteller. So frisch aus dem Meer. Also ganz was feines.“

Ich schaue in ein entsetztes Gesicht und vernehme nur noch die Worte: „Was habe ich verbrochen?“. Ich kann es kaum fassen. Zusatz: „Ich kann Fisch nicht ausstehen, wenn er gekocht, gegart, gebraten ist. Der Geruch ist einfach furchtbar. Also der des warmen Fisches. Garnelen esse ich auch nur zur Not. Und Muscheln sind ein NO-GO.“

Ok. Ich erhole mich langsam. Was soll ich sonst kochen? Karfreitag ist Karfreitag. Ein Wurstbrot scheidet daher aus. Gedanken hin. Gedanken her. Doch dann die Erlösung von meinem Liebling: „OK ich probier den Fisch.“

Er kostet, und isst… und kostet weiter. Lange Rede kurzer Sinn. Er hat fast alles aufgegessen. Und es war „gar nicht so schlecht“. Aber nochmal würde er es nicht bestellen.

Ist ja nicht so dass wir uns eben erst kennen gelernt hätten. Wir waren zig mal bei AKAKIKO. Auf Sushi, Sashimi, Maki & Co. Und wer rechnet dann damit, dass der Mann ein Anti-warmer-Fischtyp ist. Niemand. Wobei – Nicht ganz. Denn panierter Fisch mit viel Majo und Kartoffelsalat wird gegessen. Wahrscheinlich weil man sich dann zumindest vorstellen kann es ist ein Schnitzel.

AABER. Das ganze ist jetzt schon 2 Jährchen her. Und Männer sind bekanntlich immer für Überraschungen gut. „Ich hätte da vielleicht mal Gusto auf so einen gebratenen Lachs. Auf Nudeln vielleicht. Mit cremiger Sauce. Kannst Du das mal probieren?“ Meine Augen sind groß wie meine größten runden Teller. Hat er das jetzt wirklich gesagt? Oder war das wieder mal so ein Scherz, wo nach 30 Sekunden ein legendärer Eric-Lacher kommt und er mich nur necken wollte. Aber nein. Kein Scherz. Voller Ernst. Und die Bine überlegt. Nudeln und Lachs. Wenn dann asiatisch. Und cremige Sauce. Naja Kokos-Curry-Oberssauce vielleicht. Wok-Gemüse dazu. Und den Lachs knusprig braten. Und schon geht es los. Hier gibt´s die Bilder zu meinem Gericht von vergangenem Sonntag:

Es hat geschmeckt. Sogar so gut, dass wir das nochmal essen können. Wer weiss. Vielleicht wird aus meinem Anti-Rahmfisolen-Typ auch mal ein Rahmfisolen-Liebhaber. Aber das ist glaub ich noch eine Challenge.

Das Rezept zum gebratenen Lachs auf Kokos-Curry-Nudeln gibt´s hier.

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