Filet Wellington

In den letzten Jahren waren wir immer auf Urlaub, wenn Mr. Bee Geburtstag hat(te). Auch dieses Jahr haben wir an seinem Geburtstag ein tolles Essen in der Türkei genossen. Mit anschließender Torte. Extra nur für ihn. Das dazugehörige Ständchen der Kellner liebt er ja heiß. In der Türkei allerdings besser zu ertragen, als Sprühkerzen im Livingstone, wo das ganze Lokal nur auf ihn starrt. Zumindest bildet er sich das ein. Ich mag das ja gern – also im Mittelpunkt stehen. Nur für mich macht das ja keiner. Wenn wir heimkommen gibt´s natürlich dann das NACHGEBURTSTAGSFEST mit der Familie. Bekanntlich eine Challenge, weil DAS nicht und sowieso, NICHT rosa und Fisch schon überhaupt gar nicht. Und dieselbe Menüfolge, wie bei den letzten Malen mag ich auch nicht servieren. Das entspricht nämlich so gar nicht meinem Perfektionismus. Nachdem das Geburtstagskind natürlich auch verwöhnt werden will soll, muss es schon auch etwas aufwändiges sein. Schon im Urlaub – am Pool – hab ich überlegt und überlegt. Bis ich zum Entschluss gelangt bin. Filet Wellington. Für alle. Nur für die Mütter und Oma gibt´s Schweinslungenbraten. Genauso gemacht und zeitgleich ins Rohr, ist der dann sicher nimmer rosa. Also perfekt für die totgebraten Fraktion in der Familie. Dass dann alle zu spät gekommen sind ist wieder ein anderes Thema. Hasst Ihr das auch so? Da stellt man sich stundenlang in die Küche. Plant den Ablauf minutiös. Und dann sind die Gäste viel zu spät. Vorbei mit dem Timing. Drum ist auch der tolle Rindslungenbraten nicht mehr ganz so rosa, wie ich mir das vorgestellt habe, weil die Begrüßungszeremonie mit dem „Raus aus dem Ofen“ Zeitpunkt zusammengefallen ist. Da allerdings tolles Fleisch verwendet wurde, war es trotzdem wunderbar. Das nächste Mal wird er dann perfekt. Ohne Gäste. Mr. Bee ist immer pünktlich.

Schwierigkeitsgrad:  loeffel loeffel loeffel

Zubereitungszeit: 1 Std. 30 Min.

Zutaten für 4 Personen:

  • 600 g Rindslungenbraten im Ganzen (Rinderfilet zugeputzt)
  • 150 g Prosciutto
  • Senf (Estragon und Dijonsenf gemischt)
  • Eier oder Eidotter zum Bestreichen
  • Mazola Maiskeimöl (zum Anbraten)
  • 2 Packungen Butter-Blätterteig (besser natürlich selbstgemacht)
  • Fleur de Sel

Für den Blattspinat:

  • Pfeffer
  • Salz
  • 750g frischen Blattspinat
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Muskatnuss
  • 2 El klein geschnittenen Zwiebel

Für die Sauce:

  • 1/8l Schlagobers
  • etwas Zwiebel
  • Wasser
  • Öl
  • eingelegter grüner Pfeffer
  • Rindssuppe
  • Cognac
  • 1 EL Butter
  • Salz

Für das Erdäpfelgratin:

  • 1/2 kg Erdäpfel (festkochend)
  • 1/8 l Schlagobers
  • 1/8 l Milch
  • Muskatnuss
  • Salz
  • Knoblauch (gepresst)
  • 100 g geriebenen Hartkäse

 Champignonfarce (Duxelles):

  • 400g Champignons
  • 5 Schalotten
  • 3 EL Petersilie (grob gehackt)
  • 3 EL Pflanzenöl
  • Salz
  • Pfeffer, weiß

Zubereitung:

Für das Erdäpfelgratin:

Festkochende Erdäpfel schälen und in 2 mm dicke Scheiben schneiden. Milch, Obers und geschnittene Erdäpfel in einem Topf kurz aufkochen lassen. Salz, Muskatnuss und gepressten Knoblauch hinzufügen und ca. 3 Minuten köcheln lassen. In eine Auflaufform füllen und bei 200°C im Backrohr backen. Zum Schluss noch frisch geriebenen Käse aufstreuen und fertig gratinieren.

Für die Pilzfarce (Duxelles):

Öl in einer Pfanne erhitzen, die feingehackten Schalotten darin anschwitzen und die sehr fein gehackten Champignons hinzufügen. Beides solange rösten, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Mit Petersilie, Salz und Pfeffer abschmecken.

Filet Wellington _ Duxelles

In der Zwischenzeit den frischen Blattspinat zuputzen (Stängel entfernen) und kurz blanchieren. Anschließend sofort in einer Schüssel mit kaltem Wasser und Eiswürfeln abschrecken, um zu verhindern dass der Spinat grau wird. Ölivenöl in Topf erhitzen. Klein geschnittenen Zwiebel und blättrig geschnittenen Knoblauch hellbraun rösten. Den Spinat hinzufügen und nur kurz erwärmen. Mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und etwas Muskatnuss abschmecken.

Den Lungenbraten mit Salz und Pfeffer würzen. Öl in einer Pfanne erhitzen und den Lungenbraten von allen Seiten kräftig anbraten.

Aus der Pfanne heben und völlig abkühlen lassen!Filet Wellington angebraten

Das Filet mit Senf bestreichen. Anschließend Prosciutto auflegen und mit Pilzfarce bestreichen – das Fleisch mittig auflegen, und damit umwickeln. Anschließend alles in Blätterteig einrollen. Wer sicher gehen will, dass nichts auseinander fällt kann auch mit einem Schweinsnetz arbeiten!

Danach mit Ei bestreichen! Mit der Nahtstelle nach unten auf ein Backblech (mit Backpapier) setzen. Alles für va. 30-40 Minuten bei 220°C fallend backen. (je nach Stärke des Lungenbratens). Warm dann nochmal mind. 20 Min. rasten lassen. Man kann das Gericht warm oder kalt essen!!

Für die Pfeffersauce:Zwiebel in der Bratenpfanne anbraten. Bratenrückstand mit etwas Rindssuppe ablöschen. Mit Schlagobers und Cognac aufgießen. Etwas einkochen lassen. Eingelegte Pfefferkörner einstreuen. Zum Schluss zum Eindicken 1 EL kalte Butter unterrühren. Eventuell noch salzen.

Zwar verpönt – aber wer die Sauce noch dicker haben will kann auch etwas Mehl unterrühren. (Dazu Mehl in etwas Obers auflösen und langsam in die kochende Sauce einfließen lassen.)

Mit der Sauce, dem Spinat & dem Gratin anrichten! Die Schnittfläche des Fleisches noch mit Fleur de Sel bestreuen.

Filet Wellington