Küchenarbeitsplatte

Die Auswahl der Küchenarbeitsplatte – die Vorgeschichte

Kunststoff als Küchenarbeitsplatte: Vorteile, Nachteile und warum man sich doch für etwas anderes entscheiden sollte.

Eine der schwersten Entscheidungen und zugleich eine der schönsten, ist die Wahl der Küchenarbeitsplatte. Wie immer habe ich daraus eine Wissenschaft gemacht und mich in mehreren Fachgeschäften umgeschaut, um die für mich perfekte Arbeitsplatte zu finden. Unsere „alte Arbeitsplatte“ in meiner Mickey Mouse Küche war eine reine Kunststoff-Arbeitsplatte. Die Platte, die vor meinem Einzug Mr. Bee´s Küche zierte, war zudem ein besonders hübsches Ding, die aussehen sollte wie helles Holz. Die Betonung liegt auf sollte. Die hab ich bei meinem Einzug schnellstens in eine dunkelgraue Kunststoffplatte in Betonoptik ausgetauscht. Optisch können Kunststoffarbeitsplatten also nur bedingt punkten. Jahrelanges Hinlegen von Schneidebrettern hat Mr. Bee auch nicht davon abgehalten, auf der Kunststoffplatte zu schneiden, denn seiner Meinung nach sind die Arbeitsplatten ja gerade dazu da, um darauf mit Messern zu hantieren. Mein Veto, dass das nicht für alle Materialien zutrifft hat nichts genutzt. Zudem verzeihen Kunststoffplatten das Abstellen heißer Töpfe einfach nicht. Jeder der einmal einen Topf auf einer Kunststoffarbeitsplatte abgestellt hat, weiß was ich meine. Der einzige große Vorteil: sie sind unschlagbar günstig und man kann sie daher beliebig austauschen. Trotz dieses Vorteils war für mich von vornherein klar – es gibt in der neuen Bine Küche definitiv keine Arbeitsplatte aus Kunststoff.

Marmor als Küchenarbeitsplatte: Wunderschönes edles Material, aber nicht für die Küche, in der auch gekocht wird.

Aus einem ähnlichen Grund ist leider auch eines der schönsten Materialien gleich von vornhinein ausgeschieden – ihr könnt es Euch sicher denken – Marmor. Marmor ist hinreissend schön, hat die wunderschönsten Marmorierungen, Äderchen und Farben, allerdings ist das Material so porös, dass jede Flüssigkeit, jede Farbe sofort Spuren hinterlässt, die man nicht mehr aus dem Material bekommt. Zudem ist Marmor so weich, dass sich doch Kratzspuren, beim Schneiden auf der Platte finden. Also definitiv auch nix für Mr. Bee. In einer Küche, wo gekocht wird, das falsche Material. In einer Showküche, wo die Gastgeber im Hintergrund für sämtliche Küchenarbeit noch eine Schwarzküche haben, kann Marmor natürlich problemlos zum Einsatz kommen, bzw. wenn es jemandem nichts ausmacht, dass man den Gebrauch einfach sieht.

Keramik als Küchenarbeitsplatte – die Wahl, wenn man auf ein Rundum Sorglospaket aus ist.

Eine Küchenarbeitsplatte aus Keramik stand da schon eher in der engeren Auswahl, weil Keramik erstens extrem beständig ist, und aufgrund seiner Zusammensetzung aus Sand, Feldspat, Lehm und Mineraloxiden dem Granit sehr ähnelt. Keramik ist jedoch ein künstlich hergestellter Stein, der unter Druck und hohen Temperaturen gebrannt wird. Keramik-Arbeitsplatten sind daher robuster, als jene aus Granit und besonders kratzfest und hitzebeständig und zudem unempfindlich gegenüber Säuren. Darüber hinaus fleckresistent, da das Material aufgrund seiner geschlossenen Oberfläche praktisch keine Flüssigkeiten absorbiert. Das macht das Material auch überaus hygienisch. Wäre also der perfekte Kandidat für meine Küche.

Glas, Dekton, Corian habe ich mir zwar erklären lassen, aber irgendwie stand eigentlich schon bald fest – ich möchte eine natürliche Arbeitsplatte.

Warum Granit, als die beste Wahl für die Küchenarbeitsplatte?

Bei dieser Entscheidung kommt natürlich eines zu tragen – ich wollte auf jeden Fall  eine Arbeitsplatte, die eine Geschichte erzählt. Eine Geschichte der Natur, wie sie auch nur die Natur hervorbringen kann. Eine Arbeitsplatte, die keiner anderen gleicht, weil Naturstein einfach natürlich gewachsen ist und somit immer anders aussieht. Jeder der das Besondere liebt, wird von eine Küchenarbeitsplatte aus Stein begeistert sein. Für mich beeindrucht Stein als Naturprodukt im Küchenbereich durch zeitlose Eleganz, extreme Widerstandsfähigkeit, Langlebigkeit, umwerfende Schönheit und besticht auch als Designelement.

Und hier besonders Granit, denn Arbeitsplatten aus Granit habe folgende Vorteile:

  • sie wirken sehr edel (was für einen optischen Menschen wir mich natürlich eine wichtige Eigenschaft ist)
  • sie sind hitze-, schnitt- und kratzunempfindlich
  • und konsequente Naturstein-Pflege schützt vor Flecken (und die ist gar nicht aufwändig), da sie nicht ganz säureunempfindlich sind

Blieb nur noch die Frage, welche Farbe, welche Form, welche Struktur:

Zunächst hätte ich mich im ersten Steinmetzbetrieb ja schon fast für eine helle Arbeitsplatte zu meinen schwarzen Küchenfronten entschieden gehabt. Der Kontrast wäre schon enorm gewesen.

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…bis ich in der „Die Steinwerkstatt“ von Lukas Kitzwöger auf meine Traumarbeitsplatte gestoßen bin. Zunächst habe ich mich ausgiebig über die Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien beraten lassen und durfte mir anschließend natürlich einige Steinplatten in voller Größe anschauen. (Was übrigens jeder darf!) Mit viel Liebe zum Detail beschäftigt sich die Steinwerkstatt mit traditionellem Natursteinhandwerk in voller Perfektion. Man sieht einfach wie sehr sie Steine lieben. In der Steinwerkstatt krempelt der Chef auch noch selbst die Ärmel hoch, plant von Meisterhand einzigartige Projekte, und lässt seine jahrelange Erfahrung einfließen. Man spürt seine Leidenschaft, wenn er über die Steine erzählt, was mich letztendlich wirklich überzeugt hat. Ich liebe es, wenn ich persönlich beraten werde und sich jemand Zeit für mich nimmt und auch die Nachteile von Produkten erklärt, ohne zu belehren. Das ist in der Steinwerkstatt definitiv der Fall!

Die erste Platte wird aus der Menge gehoben. Man sieht aber vielleicht an meiner Haltung, dass ich von dieser Platte jetzt noch nicht so überzeugt war.

Hätte ich eine überdimensionale Küche, mit angrenzender Bar, hätte ich mich definitiv für diese Platte entschieden. Im Hintergrund beleuchtet sieht dieser Stein einfach atemberaubend aus.

Matte Oberfläche bei der Küchenarbeitsplatte versus glatte Oberfläche

Und dann kam sie. Mein Traum in Schwarz mit weißen Adern. Auf der linken Seite glatt poliert auf der anderen Seite matt. Mit entsprechender Imprägnierung kann man auch die matte Seite so dunkel wie die polierte Seite bekommen. Da glatte Oberflächen allerdings so stark reflektieren, also quasi wie ein Spiegel, als nichts für einen Foodblogger, der auch Fotos seiner Speisen machen will, obwohl die glatte Seite natürlich sehr sehr edel aussieht und sich leichter reinigen lässt.

Tipps zur Spüle, Spritzschutz- und Wischleiste & zu den Abtropfrillen:

Durch die Tipps von Lukas Kitzwöger bin ich auf viele Dinge gekommen, die ich zuvor noch überhaupt nicht bedacht hatte. Ich wollte nämlich immer ein Aufsatzwaschbecken und wurde dann doch von einer Unterbauspüle überzeugt (dazu folgt noch ein gesonderter Beitrag). Zudem haben wir uns gemeinsam für eine Spritzschutz- und Wischleiste aus demselben Stein entschieden, den ich ausgewählt habe. Zunächst wollte ich nur 15 cm, habe mich letztendlich für 30 cm entschieden, worüber ich sehr froh bin. Ein weiteres Highlight sind die in den Stein eingefrästen Abtropfrillen. Die zeige ich Euch später.

So sieht Liebe aus! 3, 2, 1 – MEINS.

Küchenarbeitsplatte

Wenn man sich für eine Steinarbeitsplatte entscheidet wird nach Aufbau der Küche nochmal genau Naturmaß genommen, 2 Wochen später erfolgt dann der Einbau. Ich durfte auch beim kompletten Zuschnitt der Arbeitsplatten und der Spritz- und Wischschutzplatten vor Ort dabei sein. Darüber mache ich noch einen gesonderten Beitrag bzw. ein Reel. Das war so spannend.

Ihr wollt sicher wissen, wie schwer die Arbeitsplatte für die Insel war, die übrigens aus einem Stück gefertigt ist. Die Länge beträgt 2,62 cm. Ich muss in der Steinwerkstatt nochmal nachfragen, aber ich glaub es waren so rund 300 Kilo. Und hier ist sie – meine Küchenarbeitsplatte. Die komplette Küche seht ihr bald! Wie ihr aber bereits jetzt sehen könnt, habe ich mich dazu entschieden auch die Seite der Küche mit der Steinplatte zu überziehen, also die Arbeitsplatte bis zum Boden zu ziehen. In natura sieht das einfach umwefend aus.

Meine Küchenarbeitsplatte ist übrigens ein Black Silver Naturstein.  „Die Steinwerkstatt“ hat mir wie oben schon beschrieben auch zu Abtropfrillen geraten, die direkt in den Stein eingefräst werden. Wirklich ein Traum.

Die Spritzschutz- und Wischleiste ist wie gesagt 30cm hoch. Für mich im Nachhinein betrachtet, wenn ich mir die Wasserspiele von Mr. Bee in der Küche ansehe, die optimale Höhe.

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