Wenn man mich nach einem typischen Rezept aus meiner Kindheit fragt, muss ich nicht lange nachdenken. POLSTERZIPF! Ich mein damit aber jetzt nicht den Zipfel meines Polsters, den ich in der Früh so ganz und gar nicht loslassen möchte, weil ich nämlich so ein richtiger Morgenmuffel bin. Nein – die Polsterzipfe, die ich meine, sind eine Süssspeise, die meine Oma und Mama uns als Kindern immer am Wochenende gemacht haben. Als großer Topfenjunkie hab ich mich schon die ganze Woche drauf gefreut, bis die Küche endlich wieder nach warmem Topfenteig mit Ribiselfüllung duftete. Die Ribiseln wurden am Ribiselfeld und im eigenen Garten selbst gepflückt und eingekocht. Eimerweise haben wir gerebelt was das Zeug hielt. Ich kann mich noch jetzt an die aufgeweichten roten Finger erinnern, die wir alle hatten. Aber jeder hatte eine riesige Freude, wenn die fertigen Gläser dann wieder in der Vorratskammer bereit standen. Das sind wunderschöne Kindheitserinnerungen, die ich nicht missen möchte. Meine Mama kocht noch heute Unmengen an Marmelade ein. Ihre Ribiselmarmelade habe ich natürlich auch heute verarbeitet. Wie immer wurde diese Köstlichkeit von meinen Kollegen verkostet – sie waren in Windeseile aufgegessen. Denn sie machen süchtig. Wirklich. Bei uns gab´s immer die im Ofen gebackene Version. Es gibt auch eine frittierte, aber die finde ich lang nicht so gut, wie diese.

Zutaten für ca. 50 Stk.:

  • 250 g Butter
  • 250 g Topfen (20% fett, Quark)
  • 250 g glattes Mehl
  • Füllung: Ribiselmarmelade (Johannisbeermarmelade, besser Gelee)
  • Staubzucker zum Bestreuen (Puderzucker)
  • 1 Ei (verquirlt zum Verkleben)

Zubereitung:

Butter, Mehl und Topfen rasch zu einem glatten Teig verkneten.

In Frischhaltefolie packen und für ein paar Stunden im Kühlschrank durchkühlen lassen. Mehl auf der Arbeitsfläche verteilen und einen Teil der Topfenmasse dünn ausrollen. Mit einem Teigrad gleichmässige Quadrate schneiden. Meine waren ca. 4 cm breit.

Ribiselmarmelade in der Mitte platzieren. 2 Seiten mit verquirltem Ei bestreichen und zusammenkleben.

Bei 200 Grad Ober-/Unterhitze im Rohr backen bis sie außen knusprig sind. Dauert ca. 10-15 Minuten.

Auskühlen lassen und mit Staubzucker bestreuen. Dann nur noch genießen.

Dieses Rezept habe ich CookingCatrin für ihre GASTSTUBN zur Verfügung gestellt.

12 Comments on Polsterzipf nach der Oma

  1. Hallo liebe Bine,
    die Polsterzipfe hat mir gestern meine Tochter gemacht :).
    Die schmecken wirklich toll (auch ohne Füllung, wenn mit zB. Apfelmus gegegessen).
    Durch den Topfenteig auch viel besser, als das Rezept, das ich bisher kannte (Fett herausgebacken).
    Wird es nun sicher öfter geben :).
    lg aus Kärnten
    Sigrid

    • Liebe Sigrid, die gebackene Variante hab ich auch schon gesehen, bei meiner Oma gab es immer dieses Rezept. Ich mag es auch richtig gern – und wenn man mal angefangen hat zu essen, kann man fast nicht aufhören ;-). Danke für dein liebes Feedback! Liebe Grüße Bine

  2. Liebe Bine,
    habe gerade über eine deutsche Kochgruppe den Link zu dem flaumigen Topfengugl gefunden, den ich bald nachbacken werde.
    Bitte: ich kann mit den Begriffen „glattes“ und „griffiges“ Nehl leider nichts anfangen.
    Vielen Dank für den wunderbaren Blog.
    Lieben Gruß Susanne

  3. Hallo Binz, bin ich habe mich heute an den Zipfeln versucht und habe es nicht hinbekommen. Habe sie nicht ausgerollt bekommen, habe viel Mehl fürs Ausrollen verwendet. Und dann klebte er so fest an der Arbeitsplatte, dass er nicht mehr abging. Was mache ich falsch? Bin eigentlich nicht so untalentiert. Koche und backe viel.
    Gruß Anke

  4. Hallo Bine, ich habe gerade versucht den Polsterzipf nachzumachen. Ich hab ihn nicht ausgerollt bekommen, trotz viel Mehl. Was mache ich falsch? Eigentlich kochen und backe ich viel. Aber den Teig musste ich wegschmeißen. Hats du einen Tipp für mich?
    Gruß Anke

    • Liebe Anke, das ist echt komisch. Wahrscheinlich hattest du einen zu nassen Topfen! Dann muss man auf jeden Fall auch noch mehr Mehl einarbeiten. Da reicht das Mehl beim Ausrollen nicht. lg, Bine

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